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Zahlen, Daten, Fakten

Die LWL-Klinik Dortmund ist ein innovatives, modern aufgestelltes, gesundheitsförderndes Krankenhaus mit aktuellen, an Leitlinien orientierten psychotherapeutischen und psychiatrischen Behandlungsangeboten für eine zeitgemäße gesundheitliche Versorgung. Die stationäre und teilstationäre Versorgung erfolgt zu weiten Teilen im modernen Phönix-Haus, welches, wie auch das Restaurant Gebäude, im März 2017 in Betrieb genommen wurde. Die Betriebsleitung versteht sich als kollegiales und kooperativ arbeitendes Team zur Ausgestaltung optimaler Bedingungen und einer positiven Atmosphäre für Patientinnen und Patienten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Mit seinen 1300 Beschäftigten versorgt die LWL-Klinik Dortmund Ihre Patientinnen und Patienten. Es können grundsätzlich alle psychiatrischen Diagnosen behandelt werden. Dafür stehen 540 stationäre Betten in 18 Stationen zur Verfügung. 16 Stationen, die störungsspezifisch therapieren, sind am Standort Dortmund verortet, eine weitere Station befindet sich im Evangelischen Krankenhaus Unna. Jährlich werden zwischen 8000 und 10000 Aufnahmegesuche bearbeitet. In sieben Tageskliniken behandeln wir ohne Bett. Tageskliniken finden sich in Dortmund, Unna, Bergkamen, Iserlohn und Lünen. Die AmbulanzZentrum der LWL-Klinik versorgt vierteljährlich etw 5000 Patientinnen und Patienten. 

Die durchschnittliche stationäre Verweildauer unserer Patientinnen und Patienten liegt gegenwärtig bei 20 Tagen. Abweichungen ergeben sich wegen der unterschiedlichen Diagnosen. In den Tageskliniken wird häufig auch länger behandelt. Dabei ist die Krisentagesklinik mit 10 Behandlungstagen limitiert.

In der Klinik sind Menschen mit über 40 unterschiedlichen Professionen beschäftigt. Sie kommen aus über 36 verschiedenen Ländern. Übrigens ist die LWL-Klinik Dortmund der größte Arbeitgeber im Stadtbezirk.

 

Das Verwaltungsgebäude der LWL-Klinik Dortmund, 1895 und heute in einem Fotomontage nebeneinander dargestellt.

Die Geschichte der LWL-Klinik Dortmund

Über 125 Jahre Anstalt, Krankenhaus, Klinik sind über 125 Jahre Geschichte und Geschichten von Menschen, Beziehungen zwischen Patienten, Angehörigen und Beschäftigten unter den jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen, den jeweiligen vorherrschenden psychiatrischen und pflegerischen Behandlungskonzepten. Über 125 Jahre psychiatrisches Krankenhaus bedeutet, den Weg zu skizzieren von der Verwahranstalt bis hin zur offenen, multiprofessionellen stationären Behandlung und komplementären Vernetzung. Die Geschichte von Menschen in unserer Institution ist erlebte und erlittene Geschichte. (Aus dem Vorwort der Betriebsleitung zum Jubiläumsband "Geschichte und Geschichten 1895 bis 1995)

Auf dieser Seite finden Sie eine aus unserer Gegenwart gesehene und interpretierte Vergangenheitsbeschreibung aus einem gewollten subjektiven Winkel. Dabei ist die Beschreibung nicht vollständig, sie soll jedoch Schlaglichter auf "Epochen" der Klinikentwicklung werfen.



Hans Joachim Thimm

1890

Der 32. Westfälische Provinziallandtag beschließt, eine 4. Evangelische Anstalt für anstaltspflegebedürftige psychisch kranke Menschen aus der Provinz Westfalen in Dortmund-Aplerbeck zu bauen. Von 1892 bis 1897 wird die Anstalt im Pavillonstil errichtet. Die ersten 92 Patienten sollen am 05.04.1895 aufgenommen werden.

1895

Eine moderne, weitläufige, offen geführte Irren = Anstalt ist an der Marsbruchstraße entstanden. Eine kleine Weißdornhecke zwar, doch keine Mauer stört den Blick von außen, Gitter werden vermieden. Im westlichen Teil des Areals, nahe der Marsbruchstraße entstehen Wohnhäuser. Im östlichen Bereich werden inmitten von Gärten, Zier- und Parkanlagen die Krankengebäude errichtet. Eine Allee führt auf das Verwaltungsgebäude zu.Ihm ist ein Betsaal angeschlossen. Rechts und links davon sind zwei Krankengebäude für so genannte Pensionäre entstanden. Charakteristisch ist die symmetrische Bebauung. Im Ostteil des Areals, in der Achse des Verwaltungsgebäude liegend, gruppieren sich entlang einer neutralen Mittellinie das Wirtschaftsgebäude mit Küche, das Kesselhaus, das Elektrizitätswerk und der Festsaal. Nördlich und südlich davon liegen die Aufnahmeabteilungen, Wachabteilungen für unruhige und halbunruhige kranke Männer und Frauen. Lediglich die beiden unruhigen Häuser, das jetzige Haus 6 und das jetzige Haus 26 sind umfriedet und bleiben geschlossen. In diesen Häusern werden nicht mehr als 12 Kranke pro Wachsaal gepflegt. Ansonsten wird in ruhigeren, offenen Landhäusern auf Behaglichkeit geachtet. Alle Häuser haben eigene Gärten. Die Räume sind mit Blumen und Bildern geschmückt. Die noch beim Bau geplanten Isolierzellen werden schon bald entbehrlich. Zwangsjacken gibt es nicht.

Das Anstaltsgelände in einer Illustration von 1900.

1895

Erster ärztlicher Leiter der Provinzial=Irren=Anstalt ist, 37-jährig, Dr. Gerhard Backenköhler. Er war bis dahin Assistent und Oberarzt bei Professor Dr. Ludwig Meyer in Göttingen, einem Freund und Kollegen Griesingers. Mit ihm setzt er sich für eine naturwissenschaftlich orientierte Psychiatrie in den Anstalten ein. Meyer ist einer der ersten deutschen Vertreter des aus England kommenden „no-restraint" Systems. No Restraint ist die Antwort auf die bis dahin unmenschlichen, auf Sicherung der öffentlichen Ordnung bedachten Anstalten, die psychisch Kranke allzu oft in Ketten legen. Alle Zwangsmittel werden abgeschafft, die naturwissenschaftliche Psychiatrie hält Einzug in die Anstalten. Backenköhler steht seinem Chef und Schwiegervater sehr nahe. Dessen Ideen und Grundsätze in der Behandlung teilt er und setzt sie in Dortmund konsequent um.

Dr. Gerhard Backenköhler. Erster Direktor der Klinik.

1904

1904 erhält das Haus seinen neuen Namen Provinzial Heilanstalt. Man trägt somit der Idee einer vorsichtigen Verwissenschaftlichung der Psychiatrie Rechnung. Nicht mehr pflegen allein, eine umfassende Therapie soll eine Heilung zu ermöglichen und die Menschen als nützliche Gesellschaftsglieder aus der Anstalt zu entlassen. Dies ist inzwischen in Dortmund dringend erforderlich. Die Anstalt, ursprünglich für 500 PatientenInnen konzipiert, ist bereits mit 688 Kranken belegt. Ihre Zahl soll in den nächsten Jahren stetig anwachsen

1914

Während des ersten Weltkriegs wird innerhalb der deutschen Anstalten die bis dahin positive Entwicklung der psychiatrischen Behandlung jäh gestoppt. Der Lebensraum psychisch Kranker wird immer enger. In vielen deutschen Anstalten werden Stationen zu Lazaretten umgewidmet. Aplerbeck nimmt zunehmend und zusätzlich, die in den Schützengräben irre gewordenen Soldaten, sogenannte Kriegshysteriker auf. Taubheit, Lähmungen, Sprachstörungen, Anfälle werden als Symptome beschrieben. Am 15. März 1915 wird der erste Soldat, der 41-jährige Franz N. aus Bochum mit einer traumatischen Demenz in die Anstalt eingeliefert. Weitere 224 Soldaten und 28 Kriegsgefangene folgen im Laufe des Krieges. Meist werden deren Erkrankungen als "einfache Seelenstörungen"

1923

In der Anstalt wird Dr. Paul Pohlmann, seit 1919 erster Oberarzt des Direktors, Nachfolger des 1923 verstorbenen Dr. Backenköhler. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger betreibt er eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Er übernimmt Ehrenämter und stellt in den Dortmunder Wohlfahrtsblättern die Aplerbecker Anstalt als ein Haus mit wissenschaftlich begründeter Therapie und nicht als eine Zwangs- und Verwahranstalt dar. So beklagt er im Jahre 1928 die hohe Aufnahmeschwelle in der Anstalt, die zu einer verzögert einsetzenden Behandlung führt und letztlich Anstaltspflegebedürftigkeit erst verursacht. Er fördert die Frühentlassung und poststationäre Versorgung der nicht mehr anstaltspflegebedürftigen Menschen.

Dr.P. Pohlmann, Zweiter Direktor der Klinik.

1928

Erst in den goldenen Zwanzigern kommt es zu einem verhaltenen wirtschaftlichen Aufstieg. Er bringt den Dortmundern eine Verbesserung ihrer sozialen Situation. Nach und nach kann die drückende Wohnungsnot behoben werden. So errichtet der Spar- und Bauverein Dortmund den Althoffblock im Kreuzviertel. Im Jahre 1924 wird der der Neubau der Städtischen Sparkasse (Museum für Kunst- und Kulturgeschichte) fertig gestellt. Schon ein Jahr später eröffnet die erste Westfalenhalle. In der Anstalt errichtet man bis 1928 die Gärtnerei an der Allerstraße und das neue Lazarettgebäude, das heutige Haus 13. In der Region wird durch Mitarbeit der Anstaltsärzte eine ambulante Fürsorge etabliert.

1933

Ab 1933 werden in der Anstalt umfangreiche Statistiken geführt. Der Mensch wird zunehmend „verzahlt“. Es wird ihm ein Wert zugeordnet, Wertschätzung unterbleibt. Was kostet der Mensch, was bringt er durch Arbeit an Gewinn? Wann lohnt er nicht mehr? Die Verwaltungssprache wird bestimmend, befehlend, unmenschlich und hohl. Man führt Listen über die Beseitigung von Geisteskranken. Diese Akte liest sich wie ein Lagerverwaltungsbuch Zugang:Abgang; Wert:Unwert; Leben:Tod; Menschen als Sache. Draußen beruft man sich auf Gobineau und Galton, teilweise auch auf Darwin und propagiert bereits seit Beginn des 19. Jahrhundert die durch Auslese die befürchtete Vermehrung von „Minderwertigen“ und „Degenerierten“ zu verhindern und somit eine Rasse von besonders begabten, leistungsfähigen Individuen zu züchten. Die Arbeiten Darwins werden allzu gern zitiert. In Medizin und Psychiatrie werden solche Überlegungen aufgenommen. Sehr schnell erwachsen aus ihnen Vorschläge und Versuche, durch Sterilisierung

1934

Mit der Machtübernahme der Nazis in Deutschland werden derlei Ideen radikalisiert und gnadenlos perfekt in die Praxis umgesetzt. Erklärtes Ziel ist der rassenreine, rassentüchtige und arische Volkskörper. Bereits im Jahre 1934 tritt das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ in Kraft. In der deutschen Psychiatrie diskutiert man rege, psychische Erbkrankheiten durch vorbeugende Maßnahmen zu bekämpfen. Ab 1934 werden in deutschen Heil- und Pflegeanstalten die Erbkranken systematisch ermittelt und, nach Prüfung durch Erbgesundheitsgerichte, zwangsweise sterilisiert. 350 000 Personen sind betroffen.

1935

1941

Am 01.11.1941 beginnt die Kinderfachabteilung in Aplerbeck ihre Arbeit. Als in Niedermarsberg die Öffentlichkeit von den Kindestötungen in der dort angesiedelten Abteilung erfährt, wird diese Abteilung kurzerhand nach Aplerbeck verlegt. Paul Pohlmann verweigert seine Zusammenarbeit, kann die Tötung von Kindern offensichtlich nicht mit seiner christlichen Weltanschauung vereinbaren. Er lässt sich umgehend und vorzeitig pensionieren, bleibt jedoch Arzt in der Anstalt. An seine Stelle tritt Dr. Fritz Wernicke, der ab Frühjahr 1940 sein Tötungshandwerk als Direktor in der polnischen Anstalt Gostynin erlernt hatte. Gemeinsam mit seinem Oberarzt Dr. Theo Niebel ist er für die Tötung von 229 Kindern in Aplerbeck verantwortlich.

1945

Nach dem Krieg werden von der Militärregierung die Übergangsdirektoren Dr. Heinrich Cordes und Dr. Enno Herzfeld eingesetzt. Erst 1948 folgt ihnen der politisch unbelastete Dr. Hans Hundt, als Direktor der Nachkriegszeit. In der Stadt Dortmund bestimmen Schuttbeseitigung und Wiederaufbau die ersten Nachkriegsjahre. Der Aufbau einer City und der Ausbau des Verkehrsnetzes stehen in den fünfziger Jahren im Mittelpunkt. Am 2. Februar 1952 eröffnet die neue Westfalenhalle. Die Städtischen Kliniken werden in einem Großprojekt wieder erbaut. Drinnen räumen die Städtischen Kliniken, seit 1943 ausgebombt und in die Räume der Anstalt gezogen, die von ihnen belegten Häuser und schaffen wieder Platz für die psychisch Kranken.

1952

Ein Protokoll der staatlichen Besuchskommission aus dem Jahre 1952 belegt die beengte Situation: „In F13A sind 36 Betten für Sieche, 14 Kranke liegen zu Bett. Die weißen Holzbettstellen sind unschön und harren des Anstrichs. In F 13B liegen statt 35 Kranke 52 Halbruhige, (…). Die Veranda ist mit 5 Betten bestellt. Keine Nachtwache. Das Clo liegt leider offen im Wachsaal. (...)F13C mit 22 Kranken und der Keller mit 19 Patienten, hat meist alte Schizophrene.(…)

1957

Die bedrückende Enge macht zusätzliche Neubauten dringend notwendig. Dr. Hans Hundt lässt sich daher nur zu gern vom Landesrat Dr. Hagemann davon überzeugen, Neubauten in Aplerbeck zu wagen. So entstehen Zug um Zug die Häuser 20, 21 und 22. Alle modernen Backsteinhäuser haben den gleichen Grundriss. Etwa 75 m lang sind sie der Länge nach zweigeteilt und intern gedrittelt. Die Längsteilung sieht auf der einen Seite die Funktionsräume, wie Küche, Bäder etc. vor, auf der anderen Seite befinden sich die Krankenzimmer, und Tagesräume. Ein knapp gehaltener Personaltrakt rundet den Bau ab. Diese Binnenstruktur der Stationsgebäude wird in den folgenden Jahren sukzessive weiterentwickelt und durch die zusätzliche Einrichtung eines therapeutischen Traktes ergänzt. So findet sich die Grundidee der internen Drittelung und der Halbierung auch in der Binnenstruktur des Hochhauses.

1958

In neuen Gebäuden soll in den folgende Jahren auch eine neue Krankenbehandlung Fuß fassen. Eine Medizinisierung der Dortmunder Psychiatrie setzt ein. Das Labor wird ausgebaut, ein eigenes Röntgengerät angeschafft. Es werden zudem internistische, chirurgische und neurologische Stationen eingerichtet.

1962

Die Bundesrepublik Deutschland erfährt ihr Wirtschaftswunder. Arbeit gibt es für alle Bürger in Hülle und Fülle. Für die Landesheilanstalt ist es schwierig, nahezu unmöglich, genügend Personal zu gewinnen. Trotz besonderer Vergünstigungen, im Jahre 1958 beginnt an der Allerstraße der Ausbau von 32 Wohneinheiten, 1957 wird der Bau des Schwesternwohnheimes vollendet, finden nicht genug Pflegekräfte nach Aplerbeck. Von 1962 an bildet das Landeskrankenhaus erstmals eigene Pflegekräfte nach dem Krankenpflegegesetz aus. Es werden Menschen aus Hessen und Marsberg rekrutiert. Noch 1970 werden philippinische Krankenschwestern angeworben. Die Zahl der Ärzte bleibt in diesen Jahren mit nur 13 konstant niedrig.

1974

Trotz aller Bemühungen des LWL in den 60er Jahren, die Arbeits- und Aufstiegsbedingungen für Ärzte attraktiver zu gestalten, sind in Aplerbeck nur die Hälfte aller freien Arztstellen besetzt. Der seit 1972 eingesetzte Direktor Dr. Wolfgang Leonhardt geht jetzt seinen besonderen Weg. Er besetzt freie Arztstellen mit psychologischen Mitarbeitern, stellt zudem Sozialarbeiter ein. Die neuen Berufsgruppen im Hause sind eine Ergänzung der bis dahin medizinisch orientierten Ärzteschaft. Obwohl die Neuen von den langjährig Bediensteten aller Berufsgruppen außerordentlich skeptisch betrachtet werden, setzen sie ihren psychotherapeutischen Zugang mit Durchhaltevermögen und Überzeugung durch. Seitdem sind psychologische und sozialtherapeutische Verfahren aus der Behandlung nicht mehr weg zudenken.

1975

Die Sachverständigenkommission kommt 1975 zum Ergebnis, dass psychiatrische Patienten von zu wenigen, schlecht ausgebildetem Personal in zu großen Anstalten mit einer überalterten Bausubstanz behandelt werden müssen. Gleichzeitig wird die völlig unzureichende Versorgungssituation im ambulanten Bereich bemängelt. In Aplerbeck wird die Psychiatrie-Enquete begrüßt. Bauliche Veränderungen sind jedoch bis dahin in großen Teilen schon vollzogen. Alte Bausubstanz ist bereits abgerissen. In den 50-er Jahren sind vier neue moderne Krankengebäude entstanden. Schon 1973 wird dieses Sozialzentrum eröffnet. Es stellt die zu Stein gewordene Öffnung nach draußen dar. Schließlich hat es zwei Eingänge. Der eine ist von der Klinikseite zu begehen, der andere von draußen. Bürger dieser Stadt und Kranke dieser Klinik sollen hier wieder zusammenfinden. Auch mit dem Bau des Bettenhochhauses am Ort des ehemaligen Direktorenhauses hat man bereits begonnen.

1978

1978 tritt eine neue Krankenhausbetriebssatzung in Kraft. Die Leitung des Krankenhauses obliegt seitdem nicht mehr dem Ärztlichen Direktor allein, sondern der dreiköpfigen Betriebsleitung mit dem ärztlichen Leiter Herrn Dr. Wolfgang Leonhardt, dem Leiter des Wirtschafts- und Verwaltungsdienstes, Herrn Otto Herberhold sowie dem Pflegedienstleiter Herrn Alex Lehde. Bereits ein Jahr später erhält die Klinik ihren neuen Namen: Westfälisches Landeskrankenhaus Dortmund, Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Klinik an der Ruhr Universität Bochum, Akademisches Lehrkrankenhaus

1978

Seit Beginn der 80er Jahre vollzieht sich ein weiterer Wandel. Die Klinik orientiert sich immer mehr nach draußen. Bereits im Jahre 1978 eröffnet die Institutsambulanz des Landeskrankenhauses welches schon bald in Westfälische Klinik für Psychiatrie umbenannt wird. Es entsteht mit der Werkhalle, eine extramurale Arbeitstherapie. Endlich wird erkannt, dass ein Krankenhaus kein Lebensraum ist. Endlich traut man psychisch Kranken wieder zu, ohne die umfassenden Hilfen einer psychiatrischen Fachklinik auszukommen. Enthospitalisierung verändert die Westfälische Klinik dramatisch. Sie ist nicht länger Lebensmittelpunkt von psychisch Kranken, sondern deren Dienstleister mit einem spezifischen Behandlungsangebot. So wird im Jahre 1992 die erste Enthospitalisierungsstation für chronisch psychisch kranke Menschen in einem eigens dafür umgebauten ehemaligen Wohngebäude eröffent. Bereits 1993 wird eine weitere Station in Betrieb genommen.

1996

Nach zweijähriger Bauzeit wird auf dem Grundstück des St. Marien Hospitals in Lünen die allgemeinpsychiatrische Tagesklinik mit 20 teilstationären Plätzen neu errichtet. Auf dem Gelände der Klinik wird die erste vollstationäre Pflegeeinrichtung nach SGB XI mit 18 (heute 19) Plätzen eröffnet. Hier erhalten chronisch psychisch Kranke und geistig behinderte Menschen Betreuung und aktivierende Pflege als Heimbewohner.
1997 Menschen, die der stationären Eingliederungshilfe bedürfen werden ab 1997 im Förderbereich (heute Wohnverbund) der Klinik versorgt. Er entsteht aus zwei Krankenhausstationen und dem ehemaligen Wohnheim am Stift in Dortmund-Hörde. Der Förderbereich hat 52 Plätze.

2002

Das Leitbild und das Konzept der Westfälischen Klinik Dortmund werden in einem innerbetrieblichen Abstimmungsprozess entwickelt. Die Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wird Universitätsklinik des Ruhr Universität Bochum. Im Jahre 2002 werden in Dortmund-Brackel die gerontopsychiatrische Institutsambulanz und in Dortmund-Aplerbeck das Wohnheim für mehrfachgeschädigte Suchtkranke eröffnet. Das "blaue Haus" für geistig behinderte Menschen mit 24 Plätzen nimmt an der Marsbruchstraße in Dortmund-Aplerbeck seinen Betrieb auf. Im gleichen Jahr bildet die Westfälische Klinik Dortmund mit der Hans-Prinzhorn Klinik in Hemer ein regionales Netz. Wirtschafts- und Verwaltungsdienst beider Kliniken wachsen zu einer Organisationseinheit, dem gemeinsamen Dienstleistungsbereich, zusammen.

2004

Im Jahre 2004 geht die neue zentrale Aufnahmeeinheit ans Netz. In einem eigens dafür erbauten eingeschossigen Anbau an das Stationsgebäude (Haus 41) werden Regel- und Notaufnahmen sowie Aufnahmen der Liegendtransporte organisatorisch getrennt. Neue Funktionsräume für EKG, EEG sowie Untersuchungsräume entstehen. Seit März 2005 wird das LWL-Rehabilitationszentrum Ruhrgebiet als sechste Abteilung der Westfälischen Klinik Dortmund geführt. An den Standorten Dortmund, Iserlohn, Schwerte und Hemer werden abhängigkeitskranke rehabilitativ behandelt. Die Westfälische Klinik Dortmund tritt dem Bündnis gegen Depressionen bei. Schon seit Jahren werden depressiv Kranke auf der Depressionsstation 17/2 sowie auf der gerontopsychiatrischen Depressionsstation 17/1 stationär behandelt.

2016

Seit 2016 werden die Gebäude der LWL-Klinik Dortmund konsequent renoviert. Außerdem sind bisher neue Häuser in Betrieb genommen.

2016

Im März 2016 wird das grundsanierte und renovierte Jaspers-Haus in Betrieb genommen. Es beherbergt drei Depressionsstationen. In ihrer therapeutischen Ausrichtung unterscheiden sie sich. So werden auf der Station J1 Menschen mit depressiven Störungen und Persönlichkeitsstörungen behandlet. Die Station J2 widmet sich vorwiegend den chronisch depressiven Menschen, während die Station J3 akute depressive Störungen behandelt.

Das Jaspers-Haus nach dem Umbau.

2017

Das neue Restaurantgebäude wird in Betrieb genommen. Mit dem neuen Haus wird auch die Speisenversorgung der Patienten neu organisiert. Alle Patienten nehmen nunmehr ihre drei Mahlzeiten im Restaurant der Klinik ein. Nur in wenigen Ausnahmen werden Mahlzeiten auf den Stationen ausgegeben. Diese Konzeption trägt dem Gedanken Rechnung, den in der Klinik behandelten Menschen mehr Eigenverantwortung und eine emanzipiertere Rolle einzuräumen. 

Das Gebäude hält zudem drei moderne Konferenzräume vor.

Im Restaurantgebäude wird in einem großzügigen, nach modernsten Erkenntnissen ausgestatteten Küchenbetrieb gekocht. 

Das neue Phönix-Haus wird seiner Bestimmung übergeben. Das Behandlungspuzzle wird um einen entscheidenden Baustein ergänzt. Die Sektorversorgung psychisch kranker Menschen, mit der bunten Durchmischung unterschiedlicher Krankheitsbilder auf den Stationen, gehört der Vergangenheit an. In neuen, lichten und modernen Räumlichkeiten werden die Menschen mit ähnlichen Krankheitsbidlern in einer therapeutischen Einheit behandelt. 

Speisesaal des neuen Restaurantgebäudes.

Das Phönix-Haus

Seit 2017 ist das Phönix-Haus in Betrieb. Ein Krankengebäude, welches nach modernsten Erkenntnissen gebaut worden ist. Es bietet einerseit die Offenheit und Transparenz, wie wir sie in der Psychaitrie schätzen, andererseits schirmt sie die Betroffenen nach außen ab. Ein Farbkonzept, das Healing Enviroment, stimmt die Farbgebung der Stationen auf die jeweiligen Krankheitsbilder ab. Ein.- und Zweibettzimmer, jeweils mit eigener Naßzelle versehen, schaffen, Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten. Alle Stationen sind weitläufig und modern eingerichtet. 

Blühende Bäume im Vordergrund. Im Hintergrund die Fassade des Phönix-Hauses-