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Bitte beachten Sie die geänderten Besuchsregelungen in der LWL-Klinik Dortmund unter "Aktuelles"

Bettel Bilgin hält einen Prospekt der Gruppe "Kartellen" in die Kamera

Kardelen

Kardelen - Schneeglöckchen

Die LWL-Klinik Dortmund bietet eine neue ambulante Therapiegruppe an. Sie richtet sich an türkischsprachige Frauen, die an einer Depression leiden (keine schwerste Depression und ohne psychotische Symptome). In den wöchentlichen Sitzungen gibt es Informationen zur Erkrankung und die Möglichkeit zum Gespräch. Ziel ist es, für die Frauen individuell den passenden therapeutischen Weg zu finden und ihnen dabei zu helfen, mit der Erkrankung umzugehen und sich so besser zu fühlen. Die Gruppensprache ist türkisch.

Initiatorin und Leiterin der Gruppe ist Psychotherapeutin Betül Bilgin. Das Projekt ist ihr eine Herzensangelegenheit: "Auf unseren Stationen habe ich die Beobachtung gemacht, dass bei türkischen Patientinnen die Aufklärung über psychische Störungen unzureichend und in einigen Fällen sogar überhaupt nicht vorhanden ist. Viele berichteten mir später, dass sie sich nach der Aufklärung über ihre Erkrankung und dem Beginn einer Therapie deutlich sicherer fühlten, sich selbst und ihre Umwelt anders wahrnähmen und auch einen besseren Zugang zu ihren eigenen Emotionen hätten."

Betül Bilgin möchte türkischstämmige Frauen aus Dortmund und Umgebung herzlich zu den Gruppensitzungen einladen und ihnen schon vorab mit auf den Weg geben, dass Depressionen grundsätzlich sehr gut behandelbar sind. Die Gruppe richtet sich ausschließlich an Frauen, damit sie ungehemmt über ihre Probleme sprechen können. Die Psychotherapeutin berichtet: "Viele meiner Patientinnen verhielten sich in gemischten Therapien zurückhaltender oder äußerten sich überhaupt nicht." Außerdem rede sich "unter Frauen" oder "unter Männern" generell ungezwungener - in allen Kulturen.

Die neue Therapiegruppe heißt "Kardelen", was auf Deutsch "Schneeglöckchen" bedeutet und ein Symbol der Hoffnung ist. Betül Bilgin: "Es ist ein Vorbote für den kommenden Frühling. Genauso sehe ich die Situation depressiver Frauen. Sie kommen zur Therapie, weil sie trotz schwieriger Zeiten die Hoffnung haben, zurück in ein zufriedeneres Leben zu finden."

Interessentinnen können mittwochs von 10 bis 16 Uhr anrufen und sich anmelden: 
Tel. 0231 / 4503-2580

Ärztlich-psychiatrisch wird die Gruppe von Annette Siebert begleitet.

 

Foto: Herstell